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Tipps aus der Praxis, die wirklich weiterhelfen

Mit einer Soloselbständigkeit erfolgreich durchstarten

Soloselbständigkeit schreckt viele Menschen als zu risikoreich ab. Dabei kann dieser Weg nicht nur das tiefe Bedürfnis nach Freiheit und Unabhängigkeit stillen, sondern bietet noch weitere Chancen und Vorteile.

Der Schritt in die Selbständigkeit ist für viele Erwerbstätige sehr groß oder gleich unvorstellbar. In erster Linie dominiert das diffuse Gefühl eines zu erheblichen Risikos, was wiederum Ausdruck eines gesteigerten Sicherheitsverlangens ist. Dabei kann bei Menschen mit einem großen Wunsch nach Freiheit und Unabhängigkeit der Gang in die Soloselbständigkeit nicht nur den individuellen Neigungen entsprechen, sondern maßgeblich zu Gesundheit, Sinnhaftigkeit und Beständigkeit beitragen.

Am Anfang steht die zentrale Frage Wem wollen Sie was verkaufen? Wer die nicht beantworten kann, für den kommt eine Gründung nicht in Frage. Das Geschäftsmodell muss in den Grundzügen stehen, egal ob Produkt oder Dienstleistung, B2B oder B2C. Ein gewisses Risiko ist am Anfang immer dabei, selbst nach umfangreichen Markt- und Konkurrenzanalysen. Doch während der Erstellung eines Businessplans im Rahmen eines Existenzgründungscoachings können Gründer bereits oft erkennen, wie groß das Wagnis wirklich ist.

Ohne Businessplan geht es nicht

Gerade Sologründungen sollten in dieser Phase nur auf zwei wesentliche Restrisiken stoßen: Arbeitsausfall durch Krankheit oder sich erheblich verändernde Rahmenbedingungen. Zweit genanntes beziehe ich auf Phänomene wie eine Pandemie und vergleichbare tiefgreifende Krisen, für die ein Gründer nichts kann, aber das Geschäftsmodell obsolet machen. Wer darüber hinaus noch erhebliche Unwägbarkeiten wahrnimmt – unklare Kundenbedürfnisse, unausgereiftes Angebot, fehlendes Vertriebskonzept, keine Marketingstrategie – geht tatsächlich ein ziemlich großes Risiko ein.

Manche Gründungswillige erkennen die mangelnde Tragfähigkeit ihrer Geschäftsidee erst in der Entwicklung des Businessplans. Eine Idee vorher als todsicher erfolgreich oder eben nur todsicher abzutun, ist unprofessionell. Insofern sollte die Erstellung des Businessplans immer ergebnisoffen sein. Dadurch wird klar, dass der Businessplan durchaus einem Selbstzweck folgt, denn ohne ihn bleiben viele Aspekte im Zusammenhang mit einer Gründung oft unbeachtet.

Eine Gründung ist kein Abenteuer, darf es auch nie sein

Wesentlicher Bestandteil des Businessplans sind die Umsatz- und Rentabilitätsvorschau, letztere bis zu drei Jahre im Voraus. Auch wenn es teilweise der Blick in die Glaskugel ist, zeigt erst die Summierung aller privaten wie geschäftlichen Ausgaben, ob die Gründung tragfähig ist oder nicht. Denn der Gründer erkennt, wie viel er verdienen muss, um von der Geschäftsidee leben zu können. Nur so wird aus einer Gründung eben kein Abenteuer.

In diesem Stadium geht es darum, sich möglichst viele Informationen zu beschaffen. Klassiker sind

  • die Beiträge an die gesetzliche Krankenversicherung sowie alle weiteren Ausgaben zur sozialen Absicherung,
  • die Klärung, ob in der Soloselbständigkeit die Pflicht zur Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung vorliegt und
  • die Unterscheidung zwischen einer gewerblichen und freiberuflichen Soloselbständigkeit.

Je mehr Gründer wissen, desto geringer ihr Risiko

Viele dieser Informationen können potentielle Gründer selbst recherchieren oder sich durch die Teilnahme an Existenzgründerkursen beschaffen. Darin werden auch betriebswirtschaftliche Grundlagen vermittelt. Diese brauchen sie für die Erledigung von Aufgaben, die viele Gründer aus finanziellen Gründen gar nicht auslagern können.

Im Ergebnis verfügen die potentiellen Gründer über klares Wissen, was sie tun müssen, um erfolgreich zu sein. Jedenfalls gilt das dann, wenn der Schritt in die Soloselbständigkeit auf den bisherigen Fachkompetenzen aufbaut und nicht zu groß ist. Aus einer Arbeitslosigkeit heraus kann außerdem ein Gründungszuschuss beantragt werden, wenn die Fördervoraussetzungen erfüllt sind. Dadurch reduziert sich das Anfangsrisiko, wenn noch nicht so viele Kunden gewonnen oder Aufträge akquiriert wurden, noch einmal erheblich.

Sicherheit in Freiheit: B2B-Geschäftsmodelle

Bliebe ein letztes Argument für diejenigen, die trotz eines solch dezidierten Prüfverfahrens immer noch der Meinung sind, eine Gründung sei per se zu risikoreich: Gerade im Dienstleistungssektor können B2B-Geschäftsmodelle eine gewisse Sicherheit in der Freiheit erzeugen. Viele Unternehmen kennen die großen Vorteile freier Mitarbeiter (Englisch Freelancer), wodurch langjährige Partnerschaften möglich sind.

Das sind vor allem eine erhöhte Leistungsfähigkeit oder Kompetenzen, über die die angestellten Mitarbeiter meist nicht verfügen. Hinzu kommen ein in der Regel minimaler Krankenstand und die Möglichkeit, durch die Aneinanderreihung kurzfristiger Verträge größtmögliche Flexibilität auf der Kostenseite zu erreiche. Und darüber hinaus sind Ausgaben für freie Mitarbeiter keine Personal-, sondern Sachkosten, was vielen Arbeitgebern überaus wichtig ist.

Selbständige sind Partner auf Augenhöhe

Was sich teilweise anhört wie prekäre Beschäftigungsverhältnisse ist in der Tat nur etwas für Erwerbstätige, die neben ganz besonderen Fähigkeiten und Stärken auch Belastbarkeit und Flexibilität einbringen können. Ihr Rollenverständnis sollte das eines Partners oder Subunternehmers sein. Augenhöhe besteht gegenüber den Führungskräften als Vertragspartner. Diese freien Mitarbeiter sind also mitnichten entrechtete Angestellte! Konsequenter Weise können sie sich auch einige Freiheiten erlauben. Gerade Freiberufler, die gerne remote arbeiten, können im Zeitalter der galoppierenden Digitalisierung mitunter viel reisen und gleichzeitig arbeiten.

Weiterhin bietet sich oft eine gewisse Flexibilität in den Arbeitszeiten mit Blick auf die Wochenarbeitszeit und die Verteilung im Jahr. In einer Soloselbständigkeit kann der Traum in Erfüllung gehen, immer dann zu arbeiten, wenn man es möchte. Und jederzeit gehen zu können, wenn man keine Lust mehr hat. Es ist die volle Kontrolle über das Berufsleben. Keine Führungskräfte, die negativen Stress auslösen, sondern gleichberechtigte Vertragspartner sind. Wer dann noch einen Tätigkeitsbereich abdeckt, der sinnstiftend ist und für den eine intrinsische thematische Motivation vorliegt, kann von fast idealen Arbeitsbedingungen profitieren. Manche Menschen in der Soloselbständigkeit sind so glücklich, dass sie kaum noch krank sind und sehr wenig Urlaub brauchen.

Die dunkle Bedrohung eines jeden Selbständigen

Natürlich will ich nicht verschweigen, dass es auch negative Begleiterscheinungen in einer Soloselbständigkeit gibt. Dazu zählen Phasen enormer und sehr geringer Arbeitsbelastungen, auf die Selbständige nicht immer Einfluss haben. Doch das sind Kleinigkeiten im Vergleich zur dunklen Bedrohung in Form von Prüfungen durch das Finanzamt oder die Gefahr einer Scheinselbständigkeit, wofür die Rentenversicherung zuständig ist. Vielleicht besteht das größte Risiko in der Tat darin, in unserem überbürokratisierten Staat irgendeine Regel oder Vorschrift nicht bedacht zu haben und deswegen belangt zu werden.

Aber sonst? Ich bin mir sicher: Wer jetzt immer noch der Meinung ist, eine Soloselbständigkeit ist stets mit zu vielen Risiken verbunden, verfügt über eine ganz bestimmte Mentalität und sollte niemals gründen.

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